Oh Gianni. Wie wahr diese Worte sind.
Eigentlich schon immer denke ich, dass Mode zum größten Teil in Selbstverwirklichung und Kreativität ruht, doch in den letzten Wochen wurde mir immer bewusster, wie sich die Realität scheinbar unbemerkt und schleichend von dieser Vorstellung entfernt.
Niemand kann abstreiten, ein Stück weit oberflächlich zu sein oder verleugnen, Menschen nach ihrer Kleidung zu sortieren und in Kisten zu konservieren. Es ist nonverbale Kommunikation die sich unbewusst einbrennt und ebenso schwer wieder zu löschen ist, unsere Oberflächlichkeiten machen uns leicht zu Sklaven der Äußerlichkeiten. Davon abgesehen sollte es den Einzelnen wenig interessieren, was andere über sein Äußeres denken. Doch sind sie immernoch da, die störenden, voreilig gemachten Schlüsse von der Kleidung auf ihren Träger. Stil bleibt wenn die Mode geht, trotzdem ist man Hippie mit Tuch im Haar, Hipster mit oversized Jeansjacke oder purer Minimalist mit weißer Hemdbluse. Zumindest auf den ersten und manchmal auch letzten Blick. Es gibt Gruppen die sich gewählt kleiden um eine Nachricht zu überbringen. Kleidung als Sprache ohne Dialekt. Es ist okay. Ich denke das läuft unter freier Entfaltung, nur ist es angenehm, darauf zu achten, nicht zu verallgemeinern. Selbiges ist in keinster Weise Absicht dieses Posts. Jeder könnte sich befreien und die belasteten Gedanken ausatmen. Es gibt Gründe dafür, dass sich jeder so kleidet wie er sich kleidet, jedes Outfit erzählt eine Geschichte und genau diese sollte nicht zusammengereimt werden. Nicht von anderen. Beängstigend, wie leicht man sich beeinflussen lassen kann. Das Unterbewusstsein ist eher der Grund, denn so offensichtlich ist ungefähr jeder tolerant oder tut zumindest alles, um den Schein zu wahren. Während ich diese Zeilen schreibe, sitze ich in einem altrosafarbenem Flauschpullover im Zug und versuche die Dame schräg gegenüber nicht aufgrund ihrer auffälligen, bunten Ringelsocken zu verurteilen. Ich hoffe sie verzichtet auch auf derartiges bei mir. Diesem Thema werde ich mit einem Post wahrscheinlich nie gerecht, doch es ist ein ganz kleiner Anfang. Niemand ist einem anderen etwas schuldig, am Ende können sich alle Individuen selbst definieren und ich wage zu behaupten, dass Akzeptanz von innen nach außen Kreise zieht. Die Unfähigkeit die Sprache der Mode zu verstehen ist nur ein Verlust für all die Unfähigen. Und die Dame mit den Ringelsocken schaut mich an und lächelt.
The post 'just sayin'' appeared first on octoberrainofdaisies.
Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen